Spinalanästesie

Neben der Allgemeinanästhesie wenden wir in unserer täglichen Praxis verschiedenste Regionalanästhesie-Verfahren an. Mit diesen sog. Leitungsanästhesien wird die elektrische Leitfähigkeit von Nerven des zentralen Nervensystems oder von peripheren Nerven und Nervengeflechten, die unter anderem Schmerzinformationen weiterleiten, mit Hilfe von Lokalanästhetika (örtlichen Betäubungsmitteln) für eine begrenzte Zeit unterbunden. Der Schmerz wird nicht mehr empfunden.

Für die Spinalanästhesie wird mit einer sehr dünnen Nadel eine kleine Menge Lokalanästhetikum (= örtliches Betäubungsmittel) in die Lendenwirbelsäule eingespritzt. Das Rückenmark endet bereits oberhalb dieses Raumes, der nur noch Nervenwasser (Liquor cerebrospinalis) und einzelne Nervenfasern enthält.

Vor der Einspritzung wird die Einspritzungsstelle selbst örtlich betäubt. Dadurch ist die eigentliche Injektion meist kaum spürbar. Danach dauert es nur wenige Minuten, bis es zu einem Taubheitsgefühl in den Beinen und im Bauch kommt. Nach weiteren Minuten spüren Sie fast nichts mehr in diesen Körperteilen und können Sie auch nicht mehr bewegen. Sie können ohne Schmerzempfindung operiert werden.

Die Betäubung lässt nach 3 bis 6 Stunden nach. Sie spüren dann wieder alles, können alles wieder bewegen. Wenn Sie beginnen, Schmerzen im Operationsgebiet zu fühlen, sollten Sie nach einem Schmerzmittel fragen.

Anwendungsbereiche der Spinalanästhesie sind größere orthopädische oder gynäkologische Operationen. Bei der Implantation von Hüft- oder Knie-Endoprothesen verwenden wir häufig eine Kombination von Spinal-  und Allgemeinanästhesie.

Regionalanästhesien ermöglichen in Kombination mit Allgemeinanästhesien einen reduzierten Anästhetikabedarf, eine schnelle Aufwachphase sowie ein schmerzfreies Erwachen.