Was hinter ständigem Räuspern stecken kann: Reflux kann auch leise auftreten - Die Sonderseite mit Dr. Son
Heiser am Morgen, ständiges Räuspern oder chronischer Husten und trotzdem kein Sodbrennen? Dann könnte Ihr Magen still Alarm schlagen. Beim sogenannten stillen Reflux steigen kleinste Mengen von Magensaft bis in den Hals auf und reizen dort den Kehlkopf, die Stimme oder sogar die Nebenhöhlen. Weil viele diese Beschwerden nicht mit dem Magen verbinden, bleibt die Ursache oft lange unentdeckt.
Genau das macht diese Form des Reflux so tückisch: Die Beschwerden sitzen gefühlt im Hals, die Ursache liegt aber häufig tiefer. Viele Betroffene denken daher zunächst an eine Erkältung, eine Allergie oder eine dauerhaft gereizte Stimme. Umso wichtiger ist eine gezielte Abklärung. Dr. med. Min-Seop Son, Chefarzt der Hauptabteilung für Allgemein und Viszeralchirurgie und Experte für Refluxerkrankungen an der WolfartKlinik, erklärt, warum stiller Reflux oft erst spät erkannt wird und welche Untersuchungen wirklich weiterhelfen.
Welche Rolle spielt die Gastroskopie, also die Magenspiegelung?
Dr. Son: Die Magenspiegelung ist eine sehr wichtige Untersuchung, weil wir damit Speiseröhre und Magen direkt anschauen können. Dabei wird ein dünnes, flexibles Untersuchungsgerät über den Mund eingeführt. An seiner Spitze befinden sich eine Lichtquelle und eine Optik, mit der Bilder aus dem Inneren des Körpers auf einen Monitor übertragen werden. So sehen wir genau, ob es Reizungen, Entzündungen oder andere Veränderungen gibt, die die Beschwerden verursachen könnten. Für Patienten ist wichtig zu wissen: Die Untersuchung erfolgt in der Regel ambulant und dauert meist nur wenige Minuten. Auch wenn dabei nichts Auffälliges zu sehen ist, kann trotzdem ein Reflux vorliegen. Dann helfen weitere Untersuchungen dabei, die Ursache genauer einzugrenzen.
Was zeigt eine hochauflösende Manometrie?
Dr. Son: Mit dieser Untersuchung messen wir, wie gut die Speiseröhre arbeitet. Dafür wird eine sehr dünne Sonde vorsichtig über die Nase eingeführt. Sie reicht bis in die Speiseröhre und misst dort den Druck an verschiedenen Stellen. Während der Untersuchung schluckt der Patient mehrfach kleine Mengen Wasser. So sehen wir genau, ob die Speiseröhre die Nahrung richtig in Richtung Magen transportiert und ob der Schließmuskel am Übergang zum Magen zuverlässig arbeitet. Wenn hier etwas nicht gut zusammenspielt, kann das Reflux begünstigen. Gerade bei länger bestehenden Beschwerden oder vor einer möglichen Operation ist diese Untersuchung wichtig.
Kann die Impedanz-/pH-Messung auch stillen Reflux nachweisen?
Dr. Son: Ja, genau dafür ist diese Untersuchung besonders hilfreich. Sie zeigt nicht nur sauren, sondern auch schwach sauren oder nicht sauren Rückfluss. Dazu wird eine sehr dünne Sonde über die Nase in die Speiseröhre gelegt und an ein kleines Messgerät angeschlossen. Der Patient trägt dieses Gerät über 24 Stunden im normalen Alltag, meist ganz unkompliziert zu Hause, und kommt am nächsten Tag zur Auswertung wieder in die Klinik. So können wir genau sehen, wie oft Mageninhalt zurückfließt und ob das mit Beschwerden wie Husten, Räuspern oder Heiserkeit zusammenpasst.
Warum reicht bei Reflux eine einzelne Untersuchung oft nicht aus?
Dr. Son: Reflux kann sehr unterschiedlich aussehen und nicht jede Untersuchung liefert die ganze Antwort. Viele Patienten haben deshalb bereits einen langen Leidensweg hinter sich, bevor die Ursache ihrer Beschwerden eindeutig gefunden wird. Umso wichtiger ist es, Reflux gezielt und umfassend zu untersuchen.
Warum ist diese Diagnostik nicht überall verfügbar?
Dr. Son: Dafür braucht es spezielle Untersuchungsverfahren, Erfahrung in der Durchführung und viel Sorgfalt bei der Auswertung. Gerade die Funktionsdiagnostik ist technisch und personell aufwendig und wird deshalb in München nur von wenigen Kliniken vollständig angeboten. In der WolfartKlinik können wir alle entscheidenden Untersuchungen an einem Ort durchführen. So lässt sich genau klären, welche Form des Reflux vorliegt und welche Behandlung wirklich sinnvoll ist.
Was raten Sie Betroffenen, die solche Beschwerden bei sich bemerken?
Dr. Son: Wer über längere Zeit unter Husten, Heiserkeit, Räuspern oder Sodbrennen leidet, sollte die Beschwerden ärztlich abklären lassen. Oft helfen schon kleine Veränderungen im Alltag, zum Beispiel leichtere Mahlzeiten, weniger spätes Essen oder eine Gewichtsabnahme. Wenn das nicht ausreicht, gibt es wirksame Medikamente und in bestimmten Fällen auch operative Möglichkeiten. Entscheidend ist, die Ursache genau zu kennen. Denn gerade beim stillen Reflux gilt: Nicht jedes Problem im Hals hat seine Ursache auch dort. Wer darunter leidet, kann jederzeit in unsere Sprechstunde kommen, damit wir gemeinsam die Ursache klären und die passende Behandlung finden.Formularbeginn
Kontakt:
Chirurgisches Zentrum der WolfartKlinik
Dr. med. Min-Seop Son
Ruffiniallee 17
82166 Gräfelfing
Tel. 0 89/ 85 87- 4 00
E-Mail: chirurgie@wolfartklinik.de














